Zahnmedizin

Die antike Zahnmedizin lag zumeist in der Hand der Chirurgen, so rechnet auch Celsus die Zahnheilkunde in den Bereich der Chirurgie.

Am bekanntesten sind vielleicht die goldenen Zahnprothesen, die schon seit etruskischer Zeit verwendet wurden und die lose und ausgefallene Zähne an gesunden Zähnen befestigten. Dieses Zahngold durfte auch als einziger "Schmuck" in das Grab mitgegeben werden. (vgl.: Cicero, De Legibus II, 24)

 

Zähne wurden erst gezogen wenn die Schmerzen unerträglich wurden und andere Mittel nicht gewirkt haben. Z.B. versuchte man bei losen Zähnen das Zahnfleisch wieder zu festigen indem mit einem glühendem Eisen kurz das Zahnfleisch berührt wurde.

 

Wurde es notwendig einen Zahn zu ziehen, so schabte der Chirurg das Zahnfleisch um den Zahn ab, rüttelte an ihm bis dieser sich lockerte und entfernte ihn entweder mit seinen Fingern oder mit der Zahnzange. War der Zahn stark ausgehölt wurde ein Stück Flachs oder ein gut passendes Stück Blei eingelegt um den Zahn zu stabilisieren. Oder ein Pfefferkorn und eine Effeubeere wurden in den hohlen Zahn eingelegt, damit diese den Zahn spalten und dieser leichter zu entfernen war.

 

Gegen die Zahnschmerzen sollte man eine Mischung aus Opium, Pfeffer und Sory im Mund spülen, aber nicht herunter schlucken.

 

Bei Geschwüren des Zahnfleisch wird eine Reibung mit Salz empfohlen und das Trinken von unverdünntem Wein.

 

Wir können uns also durchaus glücklich schätzen das wir von der modernen Zahnmedizin, die vergleichsweise schmerzarm ist, profitieren können. Karies gab es in der Antike zwar auch schon, jedoch hatten meist nicht mehr als 25% der Bevölkerung, und nicht 95% wie heute, die Zahnfäule. Umso wichtiger ist die Zahnpflege für den modernen Menschen!

 

Das heist aber nicht, dass man sich die Zähne nicht geputzt hat. Zumindest hat man sich den Mund ausgespült wie Ovid es empfahl. Oder man hat ein Zahnpulver verwand und mit diesem und einem Stück groben Leinen die Zähne geputzt.


Zahnpulver nach Octavia, Schwester des Augustus

Das Rezept ist bei Scribonius Largus zu finden und wird wie folgt zubereitet:

Roggenmehl und grobes Steinsalz werden zusammen mit Weinessig zu einem Teig vermischt. Daraus werden Kugeln geformt die man bei großer Hitze verkohlen lässt. (Am besten draussen!)

Diese Kugeln klingen nachher hohl und sind auch bedeutend leichter geworden. Wenn man nun seine Zähne putzen will, zerstößt man eine Kugel und vermischt das Pulver mit Nardenblüten (indische Narde, Nardostachys grandiflora) - et Voilá.